Die Junioren-Hauptfelder haben ihren Betrieb aufgenommen

Licht und Schatten bei den Junioren

Von Jens Huiber
Sonntag, 04.06.2017 | 21:21 Uhr
© GEPA

Die zweite Woche bei Grand-Slam-Turnieren gehört traditionell auch den JuniorInnen. Zum Auftakt gab es sowohl einen deutschen als auch einen österreichischen Sieg. Zwei Hoffnungsträger sind indes schon ausgeschieden

Von Jens Huiber aus Paris

Die zweite Woche bei Grand-Slam-Turnieren wird ja gerne geprägt von alten Heroen, die ihr nicht mehr ganz so großes Tennis dem immer noch dankbaren Publikum anbieten. Mansour Bahrami darf zu solchen Anlässen nie fehlen, der Tennis-Entertainer verbrachte den Sonntagnachmittag allerdings im feinen Zwirn auf dem Court Philippe Chatrier, um sich das Duell der beiden Franzosen Gael Monfils und Richard Gasquet zu geben. Die zweite Hauptrolle abseits der Showcourts fällt traditionell den JuniorInnen zu.

Marvin Möllers Unterstützung jedenfalls hat durchaus geholfen am stürmischen Sonntag in Roland Garros. Lange bevor Möller selbst gegen Nicola Kuhn in die Bütt musste, hatte sich der 18-Jährige auf Court 16 eingefunden, um Landsfrau Lara Schmidt seine Unterstützung zu zeigen. Schmidt war erfolgreich durch die Mädchen-Qualifikation gekommen, setzte ihren Siegeszug mit einem 6:3 und 7:6 (5) gegen die Französin Diane Parry fort. Gleich daneben, auf dem äußersten Court der Anlage, hatte sich beinahe zeitgleich der Österreicher Jurij Rodionov den Einzug in die zweite Runde gesichert. Jule Niemeier, auch eine Qualifikantin aus Deutschland, hat da weniger Glück, sie unterliegt der an zwölf gesetzten Russin Olga Pervushina in drei Sätzen.

Umgekehrte Wege

Aus deutscher Sicht war das Duell zwischen Möller und Kuhn durchaus pikant, Letzterer tritt seit vergangenem Jahr für Spanien an, der Deutsche Tennis Bund (DTB) hat sein Buhlen um die Dienste von Kuhn indes noch nicht eingestellt. Die Zusammenarbeit mit der Akademie von Juan Carlos Ferrero hat der 18-Jährige, in Paris an elf gesetzt, jedenfalls beendet, er trainiert wieder in Deutschland. Möller sowieso. Im Match auf Platz 15 hat jedenfalls Nicola Kuhn die Nase vorne, er gewinnt mit 7:5 und 6:1.

Rudi Molleker wiederum gilt gemeinhin als jener Junior, der den deutschen Tennisfans in den kommenden Jahren am meisten Freude bereiten könnte, Alexander Zverev natürlich ausgenommen. Molleker ist den umgekehrten Weg gegangen, trainiert nun nicht mehr unter Aufsicht des DTB, sonder jener von Patrick Mouratoglou. Alejandro Davidovich Fokina heißt der erste Gegner von Molleker, der in Paris an Position 14 gereiht ist. Molleker macht auf Platz 10 das Licht aus, aus Sicht des Deutschen leider mit einer 4:6, 6:7 (4)-Niederlage.

Dass ein Titel bei den Junioren indes nicht zwingend notwendig für einen guten Lauf bei den Erwachsenen nötig ist, beweist ein paar Meter weiter Dominic Thiem: Der Österreicher war 2011 im Finale des Nachwuchs-Wettbewerbes Björn Frantangelo unterlegen. Thiem steht zum zweiten Mal in Folge unter den besten acht Spielern in Paris, sein damaliger Bezwinger hatte immerhin die Qualifikation für das Hauptfeld geschafft.

Hier die Ergebnisse der Junioren bei den French Open 2017

Hier die Ergebnisse der Juniorinnen bei den French Open 2017