NFL Recap: Philadelphia Eagles vs. Green Bay Packers 40:33 - Philly überrennt Packers in Hurts' Rekordnacht - Sorge um Rodgers

Von Marcus Blumberg
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Die Philadelphia Eagles haben ein sehenswertes Schützenfest in Woche 12 gegen die Green Bay Packers 40:33 gewonnen und dabei mehrere historische Bestmarken aufgestellt. bei den Gästen bangt man derweil um Quarterback Aaron Rodgers.

Eagles vs. Packers: Auf einen Blick

  • Die Eagles liefen von Beginn an wie wild gegen die Defense der Packers, die darauf keine Antwort fand. So erlebten die Packers eine historisch schlechte Vorstellung ihrer Front.

  • Vor der Pause entwickelte sich ein spektakuläres Schützenfest, das nach der Pause schon deshalb abebbte, weil die Packers nur noch bedingt mithielten.

  • Superstar-Quarterback Aaron Rodgers, der mit einer Daumenverletzung ins Spiel ging, verließ die Begegnung vorzeitig mit einer Bauchmuskelverletzung nach drei Vierteln. Für ihn übernahm Jordan Love, der einen guten Eindruck hinterließ.

Eagles vs. Packers: Die Analyse

Die Eagles legten los wie die Feuerwehr und gingen direkt im ersten Drive durch einen 4-Yard-Touchdown-Lauf von Kenneth Gainwell in Führung. Im Gegenzug stoppten die Eagles einen Kick-Off-Return der Gäste an deren 9-Yard-Linie und wenig später warf Aaron Rodgers eine Interception. Und nur drei Spielzüge später lief Miles Sanders zu einem 15-Yard-Touchdown. Der PAT wurde jedoch vergeben.

Bis zum Ende des ersten Viertels (!) folgten noch zwei Packers-Touchdowns. A.J. Dillon verkürzte per 20-Yard-Run und nach einem verunglückten Hand-Off bei 4th Down der Eagles bekamen die Packers erneut den Ball. Dieses Mal überstand Rodgers ein 4th&5, um anschließend einen Laser zu Randall Cobb für einen 11-Yard-Touchdown zu werfen. 14:13 Green Bay nach einem Viertel.

In der Folge zeigte Jalen Hurts seine Beine und lief für 23 und 42 Yards bis kurz vor die Endzone. Den Rest besorgte wieder Sanders zur erneuten Philly-Führung im zweiten Viertel.

Die Packers marschierten einmal mehr Richtung Red Zone, doch dann gelang Undrafted-Rookie-Safety Reed Blankenship womöglich das Play des Spiels: Er täuschte einen 3-High-Look an und sprang dann vor die Crossing Route von Tight End Tyler Davis für eine wichtige Interception.

Die Eagles nutzten diesen Fehler aber nicht aus. Vielmehr gelang es der Front der Packers, Hurts endlich mal unter Druck zu setzen, sodass er einen kurzen Pass zu A.J. Brown warf, der sofort unter Druck gesetzt wurde von Rudy Ford. Er erzwang einen Fumble, den Rookie-Linebacker Quay Walker über 63 Yards in die gegnerische Red Zone trug. Daraufhin fand Rodgers Aaron Jones für einen 23-Yard-Touchdown-Pass. Doch auch Mason Crosby vergab dann auch einen Extrapunkt. Zum Ende der ersten Hälfte drehten die Eagles aber nochmal auf und Hurts fand schließlich Quez Watkins für einen 30-Yard-Touchdown. 27:20 Eagles zur Pause.

Eagles vs. Packers: Philly-Defense macht die Schlüssel-Plays

Die zweite Hälfte begann mit zwei Schlüssel-Plays der Eagles-Defense: Blankenship stoppte einen potenziell langen Run von Jones bereits nach einem Yard und kurz darauf kassierte Rodgers einen Sack, der zum Punt führte.

Auf der anderen Seite wurde nun noch konsequenter aufs Run Game gesetzt und die Packers fanden kaum noch eine Antwort. Letztlich machte auch Brown seinen Fumble mit einem 6-Yard-Touchdown-Catch wieder gut. Bis zum Ende des dritten Viertels gelang den Gästen nur noch ein Field Goal. Anschließend musste Rodgers zur Untersuchung in die Kabine - Bauchmuskelverletzung. Und damit kam er dann auch nicht mehr zurück. Für ihn übernahm schließlich Jordan Love im vierten Viertel.

Und jener Love führte sich spektakulär ein: mit seinem dritten Pass im Spiel fand er Christian Watson auf einer Drag Route über die Mitte. Anschließend lief der Rookie für einen 63-Yard-Touchdown allen davon. 37:30 Eagles mit noch neun Minuten zu spielen.

Die Eagles antworteten darauf mit einem Drive, der fast 7 Minuten von der Uhr nahm. Am Ende stand ein 54-Yard-Field-Goal von Jake Elliott, das im Grunde den Deckel drauf machte mit etwas mehr asls zwei Minuten zu spielen. Den Gästen gelang dann nur noch ein Field Goal.

Philadelphia Eagles (10-1) - Green Bay Packers (4-8)

Ergebnis: 40:33 (13:14, 14:6, 7:3, 6:10) BOXSCORE

Eagles vs. Packers - die wichtigsten Statistiken

  • Safety Blankenship ist der erste Undrafted Rookie der Eagles, der eine Interception gefangen hat seit Rod Hood im Jahr 2003 gegen Patrick Ramsey (Washington).
  • Rodgers hat nun 9 Interceptions in dieser Saison geworfen. Das sind seine meisten in einer Saison seit 2010. Sein Höchstwert in einer Saison sind 13 im Jahr 2008.
  • Zudem hatte Rodgers in diesem Spiel erstmals seit 2017 in Carolina wieder zwei Interceptions, die mindestens 10 Air Yards geflogen sind.
  • Hurts brach den Franchise-Rushing-Rekord in einem Spiel bereits im dritten Viertel. Michael Vick hatte bislang die Bestmarke von 130 Yards inne.
  • Damit einhergehend liefen die Eagles als Team für 311 Yards. Se sind damit das erste Team seit 1978, das für mehr als 300 Yards gegen die Packers gelaufen ist.

Der Star des Spiels: Jalen Hurts (Quarterback, Eagles)

Er sorgte mit 157 Rushing Yards für einen neuen QB-Franchise-Rekord. Zudem warf er 2 Touchdown-Pässe und machte den Unterschied in einem Spiel, das bis zur Pause wie ein echter Shootout aussah. Er war schlicht nicht zu halten.

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Jalen Hurts sorgte für einen Quarterback-Franchise-Rushing-Rekord gegen die Packers.

Der Flop des Spiels: Defensive Front (Packers)

Die Packers ließen 363 Rushing Yards (7,4 im Schnitt) zu und schafften es erst sehr spät im Spiel, die Kreise von Hurts ein wenig mit einer Anpassung einzudämmen. Doch abgesehen davon ließen sie auch Sanders für 143 Yards laufen. Sie hatten also kein Mittel für die große Stärke des Gegners, was auch beim langen Drive zur Vorentscheidung deutlich wurde.

Analyse: Eagles vs. Packers - die Taktiktafel

  • Die Eagles setzten wie üblich häufig auf Read-Options, Zone-Reads und RPOs, wenn Hurts nicht einfach selbst zum Scramble ansetzte und so auf seinen Raumgewinn kam. Sie nutzten dabei immer wieder die leichten Boxes der Packers aus und konnten sich auf die Offensive Line und die Lücken, die sie riss, verlassen.
  • Ein wichtiger Aspekt im Spiel der Eagles war, dass sie gerade zu Beginn häufig under Center gingen und auf Play Action setzten. Das hatte natürlich Methode, denn kaum ein Team verteidigt schlechter gegen Play Action als die Packers.
  • Die Packers setzten defensiv häufig auf Blitzes und schickten in mehr als 40 Prozent seiner Dropbacks mindestens einen extra Rusher Richtung Hurts. Auf der anderen Seite knüpften die Eagles ihrerseits an einen ligaweit zu beobachtenden Trend seit ein paar Wochen an: Sie hielten sich im Blitzing gegen Rodgers eher zurück. Nur in rund einem Viertel seiner Dropbacks wurde er geblitzt.
  • Gegen Ende des Spiels veränderten die Packers ihre Herangehensweise in der Verteidigung von Hurts. Anstatt wie üblich aggressiv an den Edges zu attackieren, versuchten sie dann eher Contain zu spielen und Hurts in der Pocket zu halten. Eine Änderung, die durchaus Wirkung zeigte. Sie kam nur viel zu spät.