MLB-Glossar: Baseball erklärt - Homeruns, Strikeouts, Hits, Perfect Games, Statistiken, Positionen

Baseball von A-Z

Von Marcus Blumberg
Donnerstag, 07.09.2017 | 13:11 Uhr

"Strike", "Ball", "Homerun" oder "Perfect Game - in der MLB wimmelt es nur so von Fachbegriffen, die man nicht unbedingt schon mal gehört hat. SPOX erklärt die wichtigsten Fachbegriffe.

1-9 (Positionen im Baseball)

Um es dem Score-Keeper, der über die einzelnen Spielzüge einer jeden Partie Buch führt, zu erleichtern, diese aufzuschreiben, wird jeder Position auf dem Feld eine Ziffer von 1 bis 9 zugeornet. Die Aufteilung ist standardisiert und ergibt sich wie folgt:

PositisionsnummerPosition
1Pitcher
2Catcher
3First Baseman
4Second Baseman
5Third Baseman
6Shortstop
7Left Fielder
8Center Fielder
9Right Fielder

Beispiels: Wird ein Ball zum Shortstop geschlagen, der den Schlagmann dann mit einem Wurf zur ersten Base ausmacht, steht im Scoresheet: 6-3.

A

Ace: Auch "Pitching Ace". Bezeichnet den besten Starting Pitcher eines Teams. Dieser soll nach Möglichkeit das erste Spiel der Saison bestreiten, zudem alle besonders wichtigen weiteren Spiele, im Idealfall gegen das Ace des jeweiligen Gegners.

American League: Die MLB besteht aus zwei Ligen, der American und der National League. Die American League ist die jüngere der beiden und wurde 1901 gegründet. Sie besteht aus drei Divisionen v0n fünf Teams (East, Central, West). Der größte Unterschied zur NL ist, dass in der AL die Pitcher nicht an den Schlag müssen und offensiv durch einen Designated Hitter vertreten werden.

Assist: Wenn ein Feldspieler die Vorlage dazu liefert, dass ein Spieler des Gegners auf den Bases ausgemacht wird, erhält Ersterer einen Assist. Pro Out können beliebig viele Assists verteilt werden.

At-Bat: Tritt ein Spieler an den Schlag und bringt den Ball ins Spiel oder wird direkt an der Platte ausgemacht, zählt dies für ihn offiziell als At-Bat. Aber: Kommt der Schlagmann per Walk oder Hit-by-Pitch auf Base, zählt dies nicht als At-Bat.

Average: Der Schlagdurchschnitt eines Batters. Er wird errechnet mit der Formel: Hits pro At-Bat. Schafft ein Batter etwa drei Hits in zehn At-Bats, dann hätte er einen Average von .300, was zugleich die Marke ist, die ein guter Hitter mindestens anpeilt. Zum Vergleich: Ein Average von .350 ist sensationell gut, ein Average von .400 wurde seit 1941 nicht mehr geschafft.

B

Backstop: Backstop bezeichnet die Begrenzung eines Baseball-Spielfeldes hinter der Home Plate.

Balk: Ein Balk ist ein technischer Fehler eines Pitchers, während er sich auf dem Mound und kurz vorm Ausführen seines Pitchs befindet. Er muss dann zum Stillstand kommen und anschließend seinen Pitch vollständig ausführen, darf diesen also nicht antäuschen, um einen Läufer auf Base zu täuschen. Genauso wenig darf er den Ball fallen lassen, wenn er auf dem Mound steht und Kontakt zum Rubber hat. Verstößt er gegen diese Grundsätze, wird auf Balk entschieden. Die Konsequenz: Jeder Base Runner darf eine Base aufrücken - der Mann am Schlag aber nicht.

Ball: Ein Pitch, der außerhalb der Strikezone landet und auf den der Batter nicht schwingt, ist ein "Ball". Bei vier "Balls" darf der Spieler am Schlag zur ersten Base laufen. Ist diese besetzt, rückt dieser Spieler eine Base weiter, etc.

Base: Es gibt drei Bases, die erste, zweite und dritte. Sie sind gewissermaßen die Stationen, auf denen Base Runner stehen können. Zudem wird die Home Plate alternativ auch als "Home Base" bezeichnet. Laufen die Spieler auf den Bases "Base-Runner) weiter, müssen sie jede weitere Base berührt haben.

Base Coach: Jedes Team hat einen First und einen Third Base Coach. Beide stehen rechts bzw. links in dafür vorgesehenen Bereichen neben der jeweiligen Base und unterstützen die Base Runner mit Anweisungen. Besonders der Third Base Coach ist wichtig, wenn es um die Entscheidung geht, nach einem Hit zur dritten Base oder gar Home Plate durchzulaufen oder stehen zu bleiben. Ferner geben sie Zeichen an die Batter und Base Runner, ob etwa ein Hit-and-Run oder ein Bunt anstehen.

Base Line: Die Base Lines sind die Linien zwischen den Bases. Entlang dieser laufen die Base Runner von Base zu Base. Diese Pfade darf man nicht verlassen, um etwa einem "Tag" auszuweichen.

Base on Balls: Wirft ein Pitcher gegen einen Batter in einer Plate Appearance vier Balls, bevor er zu drei Strikes gekommen ist, darf der Batter automatisch auf die erste Base vorrücken. Dieser Vorgang wird auch als Walk bezeichnet.

Baseball: Das Spielgerät sowie der Namensgeber des Sports. Ein Baseball wiegt zwischen 142 und 149 Gramm bei einem Durchmesser von 7,3 bis 7,62 cm. Offizieller Ausrüster ist seit den 70er Jahren die Firma Rawlings. Die Außenfläche besteht aus Rindsleder.

Basemen: Drei der vier Spieler im Infield bekommen ihren Namen anhand der Base, an der sie spielen. Nämlich: First Baseman, Second Baseman und Third Baseman.

Bases Empty: Wenn ein Schlagmann ohne Läufer auf Base an die Platte tritt, nennt man dies Bases Empty.

Bases Loaded: Tritt ein Schlagmann dagegen mit Läufern auf allen drei Bases an die Plätte, nennt man dies Bases Loaded. Der besondere Reiz hieran ist, dass der Pitcher den Batter nicht "walken" kann, ohne damit einen Run zuzulassen. Gleichzeitig besteht für den Batter die Gefahr, in ein Force Out, Double Play oder gar Triple Play zu schlagen.

Bat: Der Schläger im Baseball wird Bat genannt und besteht auf Profi-Level aus Holz.

Batter: (Auch: Hitter) Der Schlagmann im Baseball.

Battery: Die Kombination aus Pitcher und Catcher.

Batter's Box: Der Bereich rechts und links von der Home Plate, in der der Schlagmann für seine jeweilige Plate Appearance steht, um zu schlagen. Gibt der Referee die Erlaubnis, darf man diese Box auch kurzzeitig verlassen, etwa um sich neu zu konzentrieren.

Batter's Eye: Jedes Baseballstadion hat auf der Tribüne im Center Field genau gegenüber der Home Plate einen Bereich, in dem keine Zuschauer sitzen und auf dem ein einfarbiger, dunkler Hintergrund angelegt ist. Dieses "Batter's Eye" dient den Schlagleuten dazu, Pitches besser zu sehen, was vor kunterbunt gekleideten Zuschauern eher schwierig wäre.

Batting Order: Die Schlagreihenfolge eines jeden Baseballteams besteht aus neun Leuten und darf während des Spiels nicht verändert werden. Es dürfen allerdings Spieler ausgewechselt werden, die anschließend nicht mehr eingesetzt werden können.

Bench Coach: Der meist erfahrenste Coach im Trainerstab dient dem Manager als Berater im Dugout. Gleichzeitig gilt er als Stellvertreter des Managers, sollte dieser Mal unpässlich oder des Dugouts verwiesen worden sein.

Big Leagues: Als Big Leagues werden die zwei großen Ligen, die American und die National League, bezeichnet. Als Kontrast dazu gibt es die Minor Leagues.

Box Score: Als Box Score wird die Tabelle bezeichnet, in der die Statistiken eines jeden Spielers für das Spiel aufgelistet werden und als praktische Übersicht der wichtigsten Vorkommnisse dient.

Bullpen: Der Bullpen ist in erster Linie der meist abgegrenzte Bereich eines Ballparks, in dem die Relief Pitcher während des Spiels untergebracht sind. Dort gibt es auch Platz für selbige, sich für einen Einsatz aufzuwärmen. Gleichzeitig wird mit Bullpen aber auch das Kontingent an Relief Pitchern eines Teams bezeichnet.

Bunt: Ein Batter kann am Schlag nicht nur den Schläger schwingen, um Kontakt mit dem Ball herzustellen. Alternativ kann er auch den Schläger mit beiden Händen halten und den Ball daran abtropfen lassen. Dies ist ein Bunt. Er kann sowohl als überraschender Hit-Versuch zur Anwendung kommen oder auch nur als taktisches Mittel, um einen Runner eine Base voranzubringen - selbst wenn man dadurch höchstwahrscheinlich selbst aus wird (z.b. bei Pitchern). Achtung: Sollte der Ball bei einem Bunt-Versuch und zwei Strikes im Foul Territory landen, ist der Spieler aus.

Das verrückteste Essen in MLB-Stadien

C

Catcher: Der Catcher hockt hinter der Home Plate und ist wohl der wichtigste Feldspieler eines Teams. Er fängt die Pitches und gibt den Pitchern in der Regel die Anweisungen, welcher Pitch als nächstes geworfen werden soll. Ferner sagt er als Bindeglied zum Manager etwaige besondere Formationen der Defense an. Im Gegensatz zu den übrigen Feldspielern trägt er Protektoren an Brust, Knie, Schienbein sowie eine spezielle Gesichtsmaske und einen besonders harten Handschuh.

Catcher's Interference: Ein Catcher darf den Batter nicht bei dessen Schwung behindern. Tut er dies dennoch und wird etwa mit dem Schläger am Handschuh erwischt, darf der Batter automatisch auf die erste Base.

Check(ed) Swing: Setzt ein Batter zum Schwung an und stoppt selbigen ab, bevor der Schläger die Home Plate überquert, spricht man von einem Checked Swing. Ob ein solches Manöver letztlich erfolgreich war, entscheidet indes der Base Umpire an der jeweils dem Schlagmann gegenüberliegenden Seite - für einen linkshändigen Schlagmann ist der Third Base Umpire zuständig, für einen rechtshändigen der First Base Umpire.

Cleanup Hitter: Als Cleanup Hitter wird der Batter bezeichnet, der an Position vier der Schlagreihenfolge schlägt. Im Idealfall haben die drei vor ihm die Bases geladen, sodass er sie dann abräumen kann. An dieser Stelle schlägt normalerweise ein Hitter in sehr viel Power, um gegebenenfalls einen Homerun zu schlagen.

Closer: Der wohl wichtigste Relief Pitcher eines Teams - im Normallfall auch der bestbezahlte - ist der Closer. Idealerweise übernimmt er im neunten Inning den Ball und beendet das Spiel für sein Team. Closer kommen in der Regel nur bei knappen Führungen zum Einsatz und zeichnen sich durch ihre überdurchschnittliche Nervenstärke aus. Zudem werfen sie oft besonders hart.

Clubhouse: Das Clubhouse ist die Kabine einer Mannschaft. Es ist in der MLB in der Regel sehr extravagant ausgestattet und besteht neben dem Umkleidebereich und den Duschen auch aus einem Aufenthaltsbereich extra für die Spieler, einem Büro für den Manager sowie Platz für Physiotherapeuten. In einigen Stadien finden sich hier auch ein Indoor-Batting-Cage sowie ein Videoraum zur schnellen Analyse des Spiels, während es noch äuft.

Complete Game: Schafft es ein Pitcher, die kompletten neun Innings zu absolvieren, ohne dass ein anderer Pitcher für ihn einspringen muss, spricht man von einem Complete Game. Heutzutage ist dies eine Seltenheit geworden, da immer mehr Wert auf Reliever gelegt wird.

Count: Als Count bezeichnet man das Verhältnis von Balls und Strikes in einer jeden Plate Appearance. Bei drei Balls und zwei Strikes spricht man von einem "Full Count", denn der nächste Ball bedeutet den Walk, der nächste Strike ein Strikeout.

Cy Young Award: Mit dem Cy Young Award wird der jeweils beste Pitcher einer Saison in den beiden Ligen ausgezeichnet. Namensgeber ist Cy Young, der von 1890 bis 1911 insgesamt 511 Spiele gewann - die meisten jemals in der MLB.

Cycle: "To hit for the Cycle" bedeutet, dass ein Batter in einem Spiel ein Single, ein Double, ein Triple sowie einen Homerun schlägt, was äußerst selten vorkommt.

D

Designated Hitter: Der Designated Hitter ist der Vertreter des Pitchers in der Batting Order und tritt nur als Schlagmann in Aktion, während alle anderen Batter auch defensiv in Erscheinung treten. Den DH gibt es lediglich in der American League sowie bei Interleague-Spielen im AL-Stadion und generell im All-Star Game.

Diamond: Als Diamond wird das Infield aufgrund seiner viereckigen Form bezeichnet.

Double: Ein Double ist ein sogenannter Two-Base Hit. Das heißt: Ein Batter schlägt den Ball und erreicht infolgedessen die zweite Base aufgrund seiner eigenen Schlag- (und Lauf-)Leistung. Auf dem Weg zur zweiten Base muss er die erste Base aber berührt haben. Zu einem Double kommt es meistens dann, wenn der Ball tief ins Outfield geschlagen wird.

Doubleheader: Als Doubleheader bezeichnet man zwei Spiele hintereinander an einem Tag. Früher war dies gang und gäbe, heutzutage kommt es zu solchen Ansetzungen nur noch, wenn etwa aufgrund von Regens ein Spiel einer Serie verlegt werden muss und wegen Terminnot kein eigenständiger Spieltag zur Verfügung steht.

Double Play: Bringt ein Schlagmann den ins Spiel und sorgt damit nicht nur für das eigene Out, sondern auch für das eines Mitspielers, spricht man von einem Double Play. Bestes Beispiel: Ein Läufer steht auf der ersten Base und der Batter schlägt einen Groundball zum Shortstop. Der berührt die zweite Base und wirft dann zur ersten - jeweils bevor der jeweilige Runner dort ankommt. Zwei Outs, Double Play! Ein weiteres Beispiel wäre das "Strikeout-Throwout-Double Play": Dem Pitcher gelingt ein Strikeout, in der Folge erwischt der Catcher den Mann auf der ersten Base dabei, die zweite Base zu stehlen.

Dugout: Der Dugout ist der Bankbereich eines Baseballteams. Dort sitzen die Coaches, die Auswechselspieler und Physios sowie alle Spieler, die während der offensiven Hälfte eines Innings gerade nicht an der Reihe sind. Nahezu überall ist der Bereich überdacht und hat zum Schutz vor Foul Balls einen Fangzaun.

E

ERA: Der Earned Run Average ist die wohl geläufigste Statistik für einen Pitcher. Er gibt an, wie viele Runs ein Pitcher hochgerechnet auf neun Innings, also in einem ganzen Spiel, abgibt. Beispiel: Ein Pitcher absolviert sechs Innings und gibt dabei drei Runs ab. Man teilt also die 3 Runs durch 6 Innings und bekommt 0,5, die man mit neun multipliziert. Das ergibt einen ERA von 4.50. Bei einem Complete Game mit nur einem Earned Run hätte der Pitcher dementsprechend einen ERA von 1.00. Zur Einordnung: Bei einem Ace sollte der ERA unter 3.00 liegen, alles unter 2.50 ist schon extrem gut. Bei starken Relievern liegt der ERA noch niedriger - dafür pitchen sie aber vergleichsweise viel weniger Innings.

Error: Ein Error ist ein Fehler eines Feldspielers. Ein Error wird vom offiziellen Scorer - dem Buchführer des Spiels - vergeben und kommt zur Anwendung, wenn ein Feldspieler ein theoretisch einfaches Out nicht zustande bringt. Erreicht ein Batter durch einen solchen Error die erste Base (z.B. wenn der Shortstop einen einfachen Ball in die Tribüne wirft), spricht man von "reached on Error".

Extra-Base Hit: Jeder Hit, der ein Single überbietet - ein Double, Triple oder Homerun - ist ein Extra-Base Hit.

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