Olympia-Doppelvergabe an Paris (2024) und Los Angeles (2028) ist offiziell

Einstimmig: Olympia in Paris und L.A.

SID
Mittwoch, 13.09.2017 | 19:59 Uhr
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Die historische Doppelvergabe ist perfekt: Das IOC hat auf einer emotionalen Sitzung seiner 131. Session in Lima/Peru die Olympischen Sommerspiele 2024 und 2028 an Paris und Los Angeles vergeben. Die Vollversammlung des IOC hatte die Doppelvergabe bereits im Juli beschlossen, musste sie aber noch offiziell verkünden.

IOC-Präsident Thomas Bach ließ die 90 IOC-Mitglieder über das Tripartite Agreement (dreiteiliges Abkommen) zwischen dem IOC und beiden Städten abstimmen, das die besondere Vergabe regelt. Es gab keine Gegenstimme. "Wir haben zwei große Städte aus zwei großen Nationen mit großartiger olympischer Vergangenheit", sagte Bach und sprach erneut von einer Win-Win-Win-Situation.

In den Delegationen beider Städte herrschte nach der Wahl große Freude und Erleichterung. "Wir tragen die olympische Flamme in unserem Herzen. Wir werden Herz und Seele in diese Mission stecken", versprach Tony Estanguet, Co-Präsident des Pariser Bewerbungskomitees. Er freue sich schon jetzt auf die Eröffnungsfeier am 2. August 2024. Paris war in der jüngeren Vergangenheit mit drei Bewerbungen (1992, 2008, 2012) gescheitert.

Auch Los Angeles, das nach 1932 und 1984 ebenfalls zum dritten Mal Gastgeber von Sommerspielen sein wird, war voller Euphorie. "Wir werden am Mittwochabend und anschließend noch am Wochenende in Los Angeles", versprach Bewerbungschef Casey Wasserman. Bei der Party zu Hause wird Bach als Gast erwartet, im Anschluss reist der IOC-Chef weiter zu den Feiern nach Paris.

Vielfalt und Macron sprechen für Paris

Am Tag der Entscheidung hatten beide Städte noch einmal 25 Minuten Zeit, sich mit Reden und Filmen zu präsentieren. Paris setzte dabei auf seine bunte Vielfalt und hatte in Präsident Emmanuel Macron wieder einen großen Förderer. Der 39-Jährige wurde per Videobotschaft zugeschaltet und versprach die Unterstützung des ganzen Landes. Los Angeles zeigte die Vielfalt seiner Sportstätten und setzte auf seine lange olympische Geschichte seit 1932.

Die beiden letzten im Kampf um 2024 verbliebenen Städte hatten sich zuvor mit dem IOC im Rahmen des Tripartite-Abkommens über die Reihenfolge der Austragung geeignet. Paris hatte die besseren Argumente für 2024, weil die Seine-Metropole genau 100 Jahre nach der letzten Austragung wieder Gastgeber sein wird.

Los Angeles Bewerbung wird von den Bürgern getragen

Los Angeles hat im Vergleich zu Paris deutlich mehr Unterstützer in der eigenen Stadt (76 Prozent) und setzt auf eine rein privat finanzierte Austragung. Bach machte der kalifornischen Metropole, die nach 1932 und 1984 zum dritten Mal Gastgeber von Sommerspielen sein wird, finanzielle so gute Zugeständnisse, dass LA am Ende Paris gerne den Vortritt ließ.

"Diese Vereinbarung war zu gut, dass wie sie nicht ausschlagen konnten", sagte Bürgermeister Eric Garcetti. Das finanzielle Trostpflaster kann auf bis zu zwei Milliarden Euro anwachsen. 1,5 Millionen Euro kassiert die kalifornische Metropole pauschal vom IOC. Dazu können nochmal 500 Millionen Euro durch Marketing-Deals, Unterstützungen von Jugendsport-Projekte sowie der Übertragung eines möglichen Überschusses.

Das IOC wollte in Zeiten knapper Bewerber keinen der wichtigen Kandidaten vergraulen und bedacht beide Städte mit einer Austragung. Zuletzt hatte es vor 100 Jahren eine Mehrfach-Vergabe von Sommerspielen gegeben. Damals erhielten Paris und Amsterdam die Spiele 1924 und 1928, später noch Los Angeles für 1932.