Formel 1: Pressestimmen zum Großen Preis von Singapur

"Ferrari handelt wie ein Student mit Kaffee"

SID
Montag, 18.09.2017 | 12:13 Uhr
© getty

Die internationale Presse sieht die Formel-1-Weltmeisterschaft nach Lewis Hamiltons Sieg beim Großen Preis von Singapur als fast schon entschieden an. Ins Kreuzfeuer der Medien geraten Sebastian Vettel und Ferrari.

ENGLAND

The Telegraph: "Lewis Hamilton fällt ein Wunder in den Schoß. Dieses Wunder, auf das er so gehofft hatte, geschieht bereits in der ersten Kurve, es wird Lewis schön verpackt und mit einer roten Ferrari-Schleife überreicht. Sebastian Vettel fiel von seinem springenden Pferd - und Hamilton, der so gerne den Allmächtigen bemüht, hat vermutlich an ein göttliches Eingreifen geglaubt."

The Guardian: "Ein freudetrunkener Lewis Hamilton räumte dem großen Ayrton Senna einen Anteil an seinem Sieg in Singapur ein. Er habe an das Rennen 1988 in Monaco gedacht, als der führende Senna nach einem Fahrfehler noch ausschied. Das habe ihn dazu bewogen, in Singapur vorsichtig zu sein, erzählte Lewis. Er trug seinen Silberpfeil zum Sieg, während sein großer Rivale crashte. Sebastian Vettels Missgeschick könnte die WM entschieden haben."

Daily Mail: "Lewis legt die Hand an seinen vierten WM-Pokal, inspiriert von seinem großen Idol Ayrton Senna. Das war ein gewaltiger Coup von Hamilton, während sein großer Rivale einen Crash am Start nicht lange übersteht. Vettel braucht in den letzten sechs Saisonrennen mehr als nur eine große Portion Glück, um Lewis diesen Titel noch zu entreißen."

FRANKREICH

L'Equipe: "Ein katastrophales Szenario für Ferrari und Sebastian Vettel. Schon in der dritten Kurve des Rennens war kein rotes Auto mehr dabei. Und das auf einer Strecke, die für den SF70-H wie geschaffen schien. 'Gott war heute auf meiner Seite, ich habe viel Glück gehabt, sagte Lewis Hamilton nach diesem Sieg, der seinen WM-Titel Nummer vier in greifbare Nähe rückt."

ITALIEN

Gazzetta dello Sport: "Ferrari macht alles falsch. Die roten Boliden zerstören sich selbst. Ferrari handelt wie ein Student, der einen Kaffee über seine fertige Dissertation kippt. Ein Desaster! Ferrari wollte Hamilton den K.o. versetzen, aber die große Chance wird zur Katastrophe. Selbst der beste Regisseur von Horrorfilmen hätte sich so etwas nicht vorstellen können. Viel Pech, aber auch ein wenig Oberflächlichkeit seitens des Teams im Umgang mit dem heikelsten Start der Saison. Jetzt fehlen noch sechs Rennen, und der Weg ist für Ferrari unglaublich steil."

Corriere dello Sport: "Vettel, nein, so nicht! Roter Albtraum für Ferrari. Die ersten 300 Meter in Singapur wurden für Ferrari zu einem der katastrophalsten Ereignisse im letzten Jahrzehnt. Der Crash ist für Hamilton wie ein Glas prickelnder Champagner. Vettels wahre Leistung wird es jetzt sein, weiterhin um den Titel zu kämpfen und noch zu glauben, dass Ferrari ihn erobern kann."

Tuttosport: "Desaster Ferrari. Ein katastrophaler Unfall versenkt Maranellos Hoffnungen auf den WM-Titel. Nach den Feierlichkeiten für das 70. Gründungsjubiläum kehrt Ferrari zur bitteren Wirklichkeit zurück. In wenigen Sekunden ist eine gesamte Saison zerstört worden."

La Repubblica: "Roter Sonnenuntergang für Ferrari. Das Rennen um den WM-Titel führt ab jetzt steil bergauf. Doch nicht Pech, sondern Fehler haben das Dilemma verursacht. Der Start ist vom Team auf oberflächliche Weise vorbereitet worden. Vettel und Räikkönen haben auf das Inferno des F1-Starts im Regen reagiert, indem sie mehr instinktiv als nach den Anweisungen gehandelt haben."

Corriere della Sera: "Eigentor! Ferrari schenkt Mercedes den WM-Titel, Ferrari verstümmelt sich selbst. Die null Punkte auf Vettels Lieblingsstrecke in Singapur sind ein schwerer Schlag auf dem Weg zum erhofften WM-Titel. Die Liste der Fehler ist für Ferrari lang und schmerzhaft. Die Saison ist zwar nicht zu Ende, doch Ferrari muss jetzt sofort reagieren."

La Stampa: "Zerstückelter Ferrari in Singapur - Hamilton bedankt sich. Fünf Sekunden genügen, um eine Saison zu zerstören. Fünf Sekunden, die Vettel bestimmt nie vergessen wird. Fünf Sekunden, die seinen Traum vom WM-Titel versenken könnten. Hamilton kann feiern. Der Weg zum WM-Titel wird für ihn zum Spaziergang."

Formel-1-Fahrer mit den meisten Pole Positions

ÖSTERREICH

Kronen-Zeitung: "Wilde Szenen beim Grand Prix in Singapur! Bei Regen gab's gleich in der ersten Runde drei Ausfälle von Spitzenfahrern - mit womöglich entscheidenden Auswirkungen auf die WM- Entscheidung! Hamilton krallt sich von Ferrari 'verschenkten' Grand Prix."

SCHWEIZ

Blick: "Ferrari-Crash versaut Vettel die WM-Führung. Die beiden Ferrari und Max Verstappen fliegen in Singapur schon beim Start-Crash raus. Großer Profiteur des Regen-Chaos ist Lewis Hamilton, der mit dem Sieg seine WM-Spitzenposition zementiert."

SPANIEN

Marca: "Hamilton haut auf den Tisch. Vettel, Verstappen, Kimi und Alonso müssen vorzeitig die Segel streichen. Hamilton regiert im Chaos von Singapur. Sechs Rennen vor Schluss könnte dieser Sieg bereits sein vierter Titel sein. Verstappen und Kimi haben Mist gebaut, für Seb wird es jetzt doppelt schwer."

As: "Hamilton vergrößert seinen Vorsprung nach dem GP von Singapur. Der Crash mit Verstappen und Räikkönen wurde zu Vettels Schicksal. Der schlechte Start der Ferrari kam Hamilton entgegen, er ließ danach nichts mehr anbrennen. Hamilton hatte das Glück dass sein größter Rivale von Beginn an nicht mehr im Rennen war. Vettels Ausfall hat dem Kampf um den WM-Titel die Spannung genommen."

Sport: "Hamilton regiert im Chaos. Sebastian Vettel schon nach der ersten Runde außer Gefecht. Das Rennen war eigentlich kurz nach dem Start entschieden, als Hamiltons Rivalen sich selber eliminierten. Hamilton hat jetzt 28 Punkte Vorsprung auf Vettel und läßt die Muskeln spielen. Das Ergebnis ist ein herber Rückschlag für Vettels Titelambitionen."

El Mundo Deportivo: "Im Auge des Sturms bleibt Hamilton cool. Der Brite vergrößert mit seinem Sieg seinen Vorsprung auf Vettel auf 28 Punkte - es war das Geschenk des Jahres von Ferrari. Der Unfall zwischen Verstappen, Räikkönen und Vettel war wie ein Strike beim Bowling - und er könnte die WM entschieden haben."