Hobbytennistour

Titelverteidiger in Nöten, strauchelnde Favoriten und die Nr. 1 in Topform

Von Claus Lippert
Montag, 11.09.2017 | 12:58 Uhr
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Der serbische Ranglisten-Erste Vladimir Vukicevic ist am Sonntag Nachmittag zum zweiten Mal nach 201...

Der serbische Ranglisten-Erste Vladimir Vukicevic ist am Sonntag Nachmittag zum zweiten Mal nach 2014 ins Semifinale der HTT-US-Open eingezogen, und wahrte damit seine Chancen, die bislang beste Grand-Slam-Saison seiner Karriere zu spielen. Nach seiner Finalteilnahme bei den heurigen HTT-Australian Open und dem Gewinn seines dritten HTT-Wimbledon-Titels könnte der serbische Ausnahmekönner von WAT Landstrasse am heutigen Abend sein drittes HTT-Grand-Slam-Finale in dieser Saison erreichen, und damit seine bisher beste Major-Saison aus dem Vorjahr mit einem Titelgewinn und einer Endspielteilnahme übertrumpfen. In seinem 50. Karriere-Turnier hier bei den HTT-US-Open hinterließ Vukicevic von der Topfavoriten jedenfalls bislang den stärksten Eindruck. Denn während der 36jährige Routinier aus Sombor sowohl Jungstar Nicolas De Giacomo als auch den in blendender Form befindlichen Dominik Jaros ohne Satzverlust aus dem Weg räumte, schwächelte der Rest der Top 4 gewaltig. Mit Alexander Schager und Filip Markovic sind die Nummern 2 und 3 bereits vor dem Semifinale nur mehr Zuschauer, und auch Titelverteidiger Gabriel Jovanovic aus Serbien steht in seiner am Sonntag Abend wegen Dunkelheit abgebrochenen Viertelfinalpartie gegen Matthias Moser mit einem 0:2 Rückstand im dritten Satz mit dem Rücken zur Wand und vor dem Aus. Ein Bericht von C.L

HTT-Branchen-Primus Vladimir Vukicevic kann mit HTT-US-Open-Titel einen angehenden Machtwechsel an der HTT-Ranglisten-Spitze abwenden

Eigentlich hatten Insider und Experten der Hobby-Tennis-Tour an diesem HTT-US-Open-Wochenende mit einem Generalangriff von Saisondominator Lukas Prüger auf die von ihm angestrebte Nr.1-Position und den HTT-Tennisthron von Vladimir Vukicevic gerechnet. Doch dann kam alles wieder einmal ganz anders! Prüger zog dem letzten Grand-Slam-Turnier des Jahres einen Kurzauftritt bei einem ÖTV-Turnier in Oberösterreich vor, und so wurde ein möglicher Wechsel in der HTT-Hirachie nicht nur verschoben, sondern möglicher Weise vielleicht sogar gänzlich verhindert. Denn sollte HTT-Branchen-Primus Vladimir Vukicevic bei der 26. Auflage der HTT-US-Open in der Südstadt seinen insgesamt sechsten HTT-Grand-Slam-Titel erobern können, dann würde er nicht nur seine Nummer 1 Position im Entry-Ranking souverän verteidigen, sondern auch in der Jahreswertung “Race to La Ville” den vor dem letzten Major-Event des Jahres mit fast 2000 Punkten überlegen führenden HTT-French-Open-Sieger Lukas Prüger überflügeln. Noch freilich ist es nicht soweit, muss der Ranglisten-Erste bei seinen dritten HTT-US-Open zwei Mal ran, und gegen den aktuellen Trend kämpfen, dass sich Favoriten beim 104. Grand-Slam-Turnier der Open Ära richtig schwer tun.

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Alexander Schager zittert nach Viertelfinal-Aus bei den HTT-US-Open um seine Teilnahme an der HTT-Tour-Finals Ende November im UTC La Ville

Für die größte Überraschung in negativer Form sorgte am Sonntag Nachmittag wohl der sterische HTT-US-Open-Finalist von 2015 Alexander Schager. Der 21jährige, seit Kitzbühel irgendwie außer Form geraten, musste am Ende eines bitteren Tennistages sogar noch froh sein, 360 Viertelfinalpunkte in die Steiermark entführt zu haben. Denn bevor der HTT-Tour-Finals-Finalist so wie im letzten Jahr nach dem Viertelfinale gegen Überraschungsmann Julian Rainer “zusammenpacken” musste, entging er im Achtelfinale nur haarscharf der totalen HTT-US-Open-Pleite. Gegen einen phasenweise entfesselt spielenden und zweieinhalb Stunden überzeugend auftretenden Christoph Straninger, mühte sich Schager zu einem hauchdünnen 3:6, 7:6, 7:6 Erfolg, mit dem er zumindest die erste Erstrundenniederlage seit den HTT-French-Open 2015 verhindern konnte. Dazu hat Schager nun bei den letzten 14 HTT-Turnierstarts zumindest immer das Viertelfinale erreicht, eine Bilanz die einen Mann wie Schager mit weitaus höheren Ansprüchen am heutigen Montag Morgen nach seinem entäuschenden HTT-US-Open-Auftritt kaum trösten wird können. Vielmehr muss sich der Ranglisten-Vierte aus der “grünen Mark” langsam aber sicher über seine angepeilte zweite Masters-Teilnahme Gedanken machen. Der letztjährige Finalist beim Saisonfinale der Top 8 im UTC La Ville wird nach Ende der HTT-US-Open hinter Matthias Wolf und Mathias Wagner im Race platziert sein, und damit für das Finish der Saison gehörig unter Zugzwang geraten. “Entweder ich mache dem Wagner eine Freude oder ich eskaliere in der Hallensaison noch einmal”, positionierte sich Schager auf die Frage nach der aktuellen Ausgangslage im Kampf um die begehrten Masters-Tickets.

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Sorgenfreier Markovic freut sich schon auf sein “Masters-Debüt” und Titelverteidiger Gabriel Jovanovic muss am Montag Überstunden schieben

Keine Sorgen um seine erstmalige Masters-Teilnahme macht sich hingegen Serbiens Filip Markovic, wenngleich auch sein vierter HTT-US-Open-Start keiner für die Galerie war. Zunächst die nüchternen Fakten: Markovic stand nach zwei Erstrunden-Niederlagen beim letzten Grand-Slam-Turnier des Jahres in den Jahren 2014 und 2016 und einem Achtelfinal-Aus 2013 diesmal nach einem Sieg über Andreas Richter zwar erstmals unter den Top 8 der HTT-US-Open, sein zweites Grand-Slam-Karriere-Semifinale verpasste der 24jährige Ranglisten-Achte aber doch deutlich. 5:7, 5:7 musste sich Serbiens Nummer 2 im Duell mit dem frischgebackenen August-Masters-Series-1000-Champion Patrick Wiesmühler geschlagen geben, und damit auch sein 16. Grand-Slam-Antreten unter der Kategorie “Durchschnitt” verbuchen und abhaken. Und auch der dritte serbische Top-Ten-Star hat bei den aktuellen HTT-US-Open so seine Schwierigkeiten. Noch ist Gabriel Jovanovic im Rennen um seine erfolgreiche Titelverteidigung, allerdings steht der 18jährige in seinem am Sonntag Abend wegen Dunkelheit abgebrochenen Viertelfinal-Duell gegen Underdog Matthias Moser mit dem Rücken zur Wand. Ein wenig unaustrainiert und nach zwei Monaten ohne Training, sah man den an Nummer 4 gesetzten Vorjahressieger ungewohnt fehlerhaft spielend und ohne klaren Matchplan agierend, den innerserbischen Semifinal-Kracher gegen Vladimir Vukicevic zu fixieren.

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