NADA kontrolliert auf Dorf-Fußballplatz

Von SPOX Österreich
Dienstag, 03.10.2017 | 19:16 Uhr
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Dopingkontrollen stehen auf Landesliga-Niveau nicht gerade auf der Tagesordnung. Umso verwunderter waren die Tiroler Klubs SV Walchsee und SK Hippach, als sechs ihrer Spieler zur Urinprobe mussten.

"Ist das Versteckte Kamera?", fragte der verblüffte Sportliche Leiter der Walchseer, Manfred Kendlinger, als zwei Beamte der Nationalen Anti-Doping Agentur NADA vor ihm standen. Das Duo rückte 15 Minuten vor Abpfiff der Landesliga-Partie gegen die Gäste aus Hippach an, um Proben von ausgewählten Spielern zu nehmen.

Die Kontrolleure, die erst durch das Vorzeigen ihrer Ausweise den Verdacht eines Scherzes entkräften konnten, erkundigten sich auch über die Auserwählten. "Sie haben unter anderem beim Platzsprecher nachgefragt, ob jemand einen Nasenspray verwendet", erzählt Kendlinger der Tiroler Tageszeitung.

"Wie bei den Vollprofis"

Nach dem 1:1-Remis wurde es dann für ein Sextett - jeweils drei Akteure beider Teams - ernst. Auf Schritt und Tritt von Ordnern bewacht, die zu persönlichen Aufpassern umfunktioniert wurden, warteten die Spieler darauf, dass das Prozedere ein Ende fand. "Es war wie bei den Vollprofis", meint Kendlinger.

Der Hippacher Thomas Eberharter verpasste dadurch sogar seinen Arbeitsbeginn als Zivildiener bei der Rettung Mayrhofen. "Wenn Thomas nicht geblieben wäre, hätte er ein Verfahren am Hals gehabt", erklärt Hippachs Sportlicher Leiter Alexander Kröll. Eine NADA-Beamtin musste Eberharters aufgebrachtem Chef telefonisch die Lage erklären.

Drei Stunden lang kontrolliert

"Einfach lächerlich. Es widerspricht für mich jeglicher Logik, Landesliga-Klubs zu testen", hat Hippach-Trainer Thomas Gufler eine klare Meinung zur Kontrolle. Kendlinger fand vor allem die Dauer der Aktion inakzeptabel: "Ich finde das Wahnsinn, dass es so lange gedauert hat und unsere ,freiwilligen' Kontrollore für nichts und wieder nichts drei Stunden bleiben mussten", fehlt ihm jegliches Verständnis: "Man muss das ernst nehmen, aber auf unserem Niveau bringt Doping gar nichts."